Wie intuitives Essen deinen Urlaub entspannt und stressfrei macht

3300 gefahrene Meilen, 280 gegangene km, 4 Bundesstaaten, 1 Monat in den USA und unzählige Erinnerungen!


Im heutigen Blogbeitrag erzähl ich dir mehr meiner Erfahrungen, wie intuitives Essen deinen Urlaub entspannt, stressfrei und schuldbefreit machen kann und dir nicht das Gefühl gibt danach in die nächste Diät starten zu müssen.

Für mich war der Urlaub essenstechnisch sehr entspannt. Nicht weil wir in Amerika so viele Möglichkeiten gehabt hätten, um zu kochen oder eine große Essensauswahl hatten, sondern weil ich mich mittlerweile an meinen Körpersignalen orientiere und leiten lasse, anstatt irgendwelchen Ernährungsregeln zu folgen.


Viel Auswahl und Möglichkeiten? Im Gegenteil - Da wir ein ganzes Monat in verschiedenen Bundesstaaten unterwegs waren und nie länger als 2-3 Nächte blieben, waren die Möglichkeiten beschränkt. Unsere Unterkünfte hatten meistens nur eine Mikrowelle und einen Kühlschrank.


1 Monat nur Burger, Pommes und Pizza?

Habe ich mich also 1 Monat nur von Burgern, Pommes oder Pizza ernährt? Nein, natürlich nicht. Aber nicht, weil ich Pommes, Burger oder Donuts als ungesundes Lebensmittel (die gibts nämlich nicht) sehe, sondern weil ich weiß, dass mir das auf Dauer nicht gut tut. Intuitiv essen bedeutet seinen Körper, die Nährstoffe zu geben, die er braucht um einerseits physisch, andererseits psychisch gesättigt zu sein. Und das inkludiert ALLE Lebensmittel ohne Moralisierung.


Im Vergleich zum Speisenangebot gabs große Unterschiede im Vergleich zur Küste und zum Landesinneren. An der Küste kann man großteils - ob vegan, vegetarisch oder Mischköstler*in - problemlos gut und abwechslungsreich essen.

Übrigens ist das Klischee vom dicken, ungünstigen Ernährungsentscheidungen treffenden Amerikaner*in fehl am Platz. Natürlich ist dies eine sehr subjektive Einschätzung, da ich nur in 4 Bundesstaaten war, aber in den Regionen, wo ich war, waren sowohl alle Körperformen vertreten, eine ausgewogene Ernährung ist absolut möglich und es ist auch nicht teurer als bei uns (im Vergleich; Amerika ist jetzt gerade aufgrund des Wechselkurses kostspielig).


Schwieriger gestaltet sich dies im Landesinneren, denn hier war die Restaurantauswahl relativ einseitig - viel Fleisch, Frittiertes, Deftiges. Das stellt kein Problem dar, wenn man nur für kurze Zeit dort ist, jedoch gibt’s hier Bedarf auf politischer Ebene. Gesundheitskampagnen, die eine ausgewogene Ernährung promoten ohne Auswahl- und Umsetzungsmöglichkeiten anzubieten und zu gewährleisten, stehen für mich im Widerspruch.

Bis auf das Frühstück gab es kaum eine Routine in unserer Ernährung. Früher hätte mich das wahrscheinlich gestresst, wenn ich nicht gewusst hätte, wann ich was und wann essen würde - Heute ist das für mich unbeschwert - Hunger und Sättigung sind meine Leitsignale. Und ob das 3 Hauptmahlzeiten, 2 Hauptmahlzeiten mit mehreren Zwischenmahlzeiten oder Sonstiges war, spielt eine untergeordnete Rolle.


Frühstück bestand meistens aus Overnight Oats mit Obst und Nüssen. Das war für uns sehr angenehm, da wir somit den Tag zeitig mit einem nährstoffreichen Frühstück, das Energie für den Tag liefert starten konnten.

Geheimnis einer Diätologin: Die Haferflocken, die wir verwendet haben, war eine Mischkarton mit verschiedenen Geschmäckern - die ZUCKER enthielten! - Ja, auch das ist nicht weiter schlimm, auch zu Hause süße ich meine Oats oft mit Honig, was nährstofftechnisch gleichbedeutend wie Zucker ist.

Mittagessen gabs nicht immer ein Richtiges, da wir oft unterwegs im Auto oder auf Ausflügen waren. Mal waren es nur Belvita Kekse, Müsli- oder Proteinriegel, Bagels, Rohkost (meist Tomaten oder Karotten), Knäckebrot mit Frischkäse, Obst oder Left Overs vom Vortag. Zugegebenermaßen: Nach 2 Wochen konnte ich keine Proteinriegel, Kekse und Karotten mehr sehen. Diesen Effekt bezeichnet man auch als sensorisch, spezifische Sättigung und beschreibt eine zunehmende Ablehnung gegenüber Speisen oder Lebensmitteln, wenn sie wiederholt geboten werden. Übrigens ist das auch mitunter ein Grund dafür, warum du dich nicht nur noch von Pizza, Pommes und Burger ernähren wirst, wenn du dir alle Lebensmittel erlaubst.


Abendessen war entweder ein Restaurantbesuch (z.B. Pizza, klassisch Burger, Tacos, Thai) oder Gerichte, die unsere Mikrowelle und unser Kühlschrank hergaben. In Amerika gibts in den Supermärkten supercoole, preiswerte Tiefkühlgerichte (die zwar auf der Verpackung schöner aussehen, als sie tatsächlich sind), die immer einen gewissen Anteil an Gemüse, hochwertigen Proteinquellen (meist Huhn oder Hülsenfrüchte) und eine Kohlenhydratquelle enthalten. Da wir nur eine Mikrowelle hatten für uns perfekt. Das Problem: Die Portionsgröße - Von 300 g bei Hunger satt zu werden, war für mich meistens nicht drin. Nachdem ich entdeckt habe, dass es auch 2 Minuten Reis für die Mikrowelle gibt oder einfach danach noch ein Snack her muss, war das Problem auch gelöst.



Let's talk about the female menstrual cycle

Nach 2 Wochen reisen, hat sich etwas verändert. Trotz ausreichend Schlaf war mein Energielevel niedriger, ich war müder und ich hatte nach dem Frühstück relativ schnell wieder Hunger. Und dass, obwohl mein Frühstück unverändert war.


Vermehrter Hunger kann viele Gründe haben, wie z.B. vermehrte Bewegung am Tag davor, Veränderungen im Zyklus, zu wenig am Tag zuvor gegessen oder auch einfach eine nährstoffarme Mahlzeit zuvor, die der Körper schnell aufgespalten hat.


Bei mir war es wahrscheinlich eine Kombination aus mehreren Faktoren, wobei der Faktor Zyklus (späte Lutealphase) vermutlich den stärksten Einfluss genommen hat. In den verschiedenen Zyklusphasen hat der Körper aufgrund der veränderten hormonellen Situation nicht nur andere Bedürfnisse hinsichtlich Ruhe, Energie und Stimmung, sondern auch veränderte Ernährungsbedürfnisse.


PMS Symptome in der Lutealphase

Je weiter die Lutealphase fortschreitet, umso mehr nimmt tendenziell die körperliche Energie ab. Da sich keine Eizelle eingenistet hat, zerfällt der Gelbkörper, wodurch es zu einem Hormonabfall kommt. PMS-Symptome, die mit einem erschöpften, gereizten oder zum Teil traurigen Gemütszustand einhergehen, sind häufig die Folge davon.


Wenn die Bedürfnisse des Körpers dann nicht respektiert werden, verstärken sich die Symptome zumeist. Für mich war das Zeitpunkt, wo mein Körper mir definitiv aufgezeigt hat, dass ich das Tempo einen Gang zurückschrauben muss. Sowohl von der Menge der Aktivitäten, als auch im Tempo. Ernährungstechnisch hat mein Körper mehr gebraucht - die Lösung ist hierbei nämlich nicht zu versuchen den Hunger durch Wasser, Kaffee, Kaugummi oder Ablenkung zu unterdrücken, sondern nur eine: Essen. Wenn dein Körper dir Signale gibt, solltest du darauf eingehen - Damit stärkst du langfristig die Beziehung zum Essen und deinem Körper und versuchst nicht ständig gegen ihn zu kämpfen.


Eisen und Magnesium sind hierbei Nährstoffe, die der Körper jetzt gut gebrauchen kann, da durch den anstehenden Blutverlust während der Menstruation einerseits Eisen verloren geht und andererseits Magnesium eine krampflösende Wirkung hat.


Durch das Hinhören auf den Körper konnte ich eine relativ PMS freie letzte Urlaubswoche mit vielen schönen Erinnerungen erleben. Und das kannst du auch.


Sport habe ich in dem Urlaub genau 1x gemacht. Durch die vielen km, die wir vor allem zu Beginn zu Fuß zurückgelegt haben, hätte sich zusätzlicher Sport nicht richtig angefühlt. Mit einem niedrigen Energielevel - unabhängig davon ob die Auslöser der weibliche Zyklus, ein hohes Stresslevel, Schlafmangel oder zu wenig an Essen sind – ist eine hohe sportliche Belastung ein Arbeiten gegen den eigenen Körper.


„In den USA kann man doch nur zunehmen“

Hat sich mein Körper in diesen 4 Wochen verändert? Nein, hat er nicht, zumindest nicht im Spiegel, denn die Waage habe ich schon lange verbannt. Und auch wenn sich mein oder dein Gewicht während eines Urlaubs verändert - Eine Diät nach dem Urlaub geht meistens nach hinten los und verschlechtert die Beziehung zum Essen und deinem Körper. Wenn sich dein natürlicher Alltag wieder eingestellt hat und du dich von Körpersignalen leiten lässt, reguliert sich dies meist von selbst.


Ich hoffe, dass du von meinen persönlichen Erfahrungen aus meinem vierwöchigen USA Trip etwas mitnehmen konntest und du erkennst, dass intuitives und entspanntes Essverhalten und ein unvergesslicher Urlaub nicht im Gegensatz stehen. Und noch mehr hoffe ich, dass du nach deinem nächsten Urlaub nicht das Gefühl hast in die nächste Diät starten



Wenn du (wieder) ein entspanntes und unbeschwertes Verhältnis zum Essen und deinem Körper erlangen möchtest, meld dich gerne für eine Ernährungstherapie.