Basenfasten - Sinn oder Unsinn?

Aktualisiert: 28. Feb.

Was tun, wenn der Körper übersäuert ist? Auf diese Frage wird im heutigen Beitrag eingegangen. Diverse Firmen lauern bereits mit verschiedensten Basenkuren, die deinen Säure-Basenhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen sollen, wenn eine Übersäuerung besteht. Ein übersäuerter Körper soll sogar für eine Vielzahl von Krankheiten verantwortlich sein.

Abbildung 1

Beim Basenfasten werden säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Käse, Zucker, Getreide, Limonaden (…) vermieden, wohingegen basische Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Samen und Nüsse empfohlen werden.

Abbildung 2

Obwohl es in der Theorie plausibel klingt, den eigenen Säure-Basen-Haushalt mit der Ernährung zu regulieren, sind Basenfastenkuren absolut sinnbefreit. Warum?


Unser Körper kann nicht übersäuern. Wir haben dafür verschiedene Puffersysteme im Körper, die den PH Wert des Blutes konstant zwischen 7,35 und 7,45 erhalten und somit als Sicherheitssystem fungieren. Um nicht zu übersäuern, scheiden die Puffersysteme von Leber, Niere und Lunge überschüssige Säuren aus.


Nur bei schwerwiegenden Erkrankungen wie z.B. einer Niereninsuffizienz kann sich dieser Wert weiter verschieben und zu einer Übersäuerung des Körpers führen.

Abbildung 3

Häufig werden Tests Bestimmung des Harn PH-Werts angeboten. Warum ist das ebenfalls nicht sinnvoll? Weil die Säureausscheidung über den Urin zu unter 1% darüber erfolgt und dadurch nicht auf den Blut PH Wert geschlossen werden kann.


Und warum berichten dann Einige über subjektiv empfundene Besserungen beim Basenfasten? Weil sie sich erstens dadurch im Allgemeinen unverarbeiteter und nährstoffreicher (Obst, Gemüse, Samen…) essen und zweitens der Placeboeffekt eine auch nicht unwesentliche Rolle spielen kann.


QUELLEN:

AMBOSS - Wissen für Mediziner. (2021). Säure Basen Haushalt. https://next.amboss.com/de/article/Io0YWS?q=säure-basen-haushalt#U3cb3X0


Gstraunthaler G. (2010) Säure-Basen-Haushalt. In: Ledochowski M. (eds) Klinische Ernährungsmedizin. Springer, Vienna. https://doi-org.ez.srv.meduniwien.ac.at/10.1007/978-3-211-88900-8_2


Bildquellen:

Abbildung 1, Quelle: Unsplash

Abbildung 2, Quelle: Theresa Vierlinger, eigene Abbildung

Abbildung 3, Quelle: Theresa Vierlinger, eigene Abbildung